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  • Nicole Eibler

CARNUNTUM und die erste Trainingswoche


So, die erste richtige Trainingswoche ist geschafft. Es war anstrengend, motivierend, herausfordernd. Trotz vieler (Arbeits-) Termine habe ich es geschafft, an jedem Trainingstag 2-2 ½ Stunden Training zu absolvieren.

Es war alles dabei….Laufen (zum ersten Mal, seit meiner Verletzung im Jänner, die 2 Stunden Marke geknackt-HURRA!), Schwimmen und endlich auch wieder Radfahren. Denn Gott sei Dank sind dieses Wochenende die Temperaturen zumindestens wieder über 6 Grad gestiegen.

Und da ich dieses Wochenende Strohwitwe war, (mein Herzallerliebster musste nochmal in den Schnee, ich hab verweigert wegen einem dringendem Bedürfnis nach Frühling!) hab ich flugs das Fahrrad ausgepackt und hab meine Sporteinheit mit ein wenig Kultur vermischt.

Im Freiluftmuseum Carnuntum, einer Ausgrabungsstätte der alten Römerstadt, wo einige Häuser und eine Therme originalgetreu rekonstruiert wurden, fand ein Frühlingsfest stattfand. Mit einer Spezialführung über die Essgewohnheiten der Römer. Perfekt für meine Interessen.

Die alten Römer sind so etwas wie meine geheime Leidenschaft, ich kann mich stundenlang damit beschäftigen, Bücher verschlingen und auch ab und zu alte Rezepte ausprobieren. Eines kann ich euch sagen, schlecht haben sie nicht gelebt!

Nach 75 Minuten am Fahrrad war ich dann da. Die Führung war, wie jedes Jahr, sehr interessant. Da jedes Mal jemand anderes führt, bekommt man immer wieder neue Informationen.

Was gibt es in Carnuntum eigentlich zu sehen.

Nun ja, abgesehen von alten Mauerresten, die vielleicht für Archäologen faszinierend sind oder für so kleine Freaks wie mich, haben sie, wie gesagt, für normal Sterbliche das Haus eines Tuchhändlers, eine Villa und eine (funktionstüchtige) Therme wieder aufgebaut. Und zwar genauso, wie sie damals auch ausgesehen haben. Da kann man sich dann wirklich etwas vorstellen. Und auch für Kinder ist Geschichte so ein wunderbares Erlebnis.

Diesmal war der Schwerpunkt auf der Kulinarik, es gab Brot mit verschiedenen Dips zu verkosten und während der Führung bekam man einige Informationen über die Essgewohnheiten der Römer.

Aber was gab es denn damals überhaupt zu essen. Gleich vorweg, die klassische mediterrane Küche wie wir sie heute kennen, mit Nudeln, Pizza und Tomatensauce, gab es damals noch nicht. Aber doch gewisse Paralellen, insbesonders bei den Gewürzen.

Man muss sehr unterscheiden zwischen der Adelsschicht, den Reichen und Schönen von damals, und der ärmeren Bevölkerung. Die Bankette wie wir sie aus Filmen kennen, wo auf Couchen liegend diniert wurde und exotische Gerichte wie Pfau,…. verspeist wurden, die gab es sehr wohl. Aber nur bei der Oberschicht.

Die Mehrheit der Römer ernährte sich von:

+ Hülsenfrüchte, Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Artischocken, Sellerie, Kraut, Kohl, Karotten, Oliven, Schafskäse.

+ Fisch gab es öfter, Fleisch eher selten.

+ Natürlich kannten die Römer Brot, meist aus Dinkelmehl gemacht und eigentlich war es immer Vollkornbrot, da die damaligen Mühlsteine noch nicht so fein mahlen konnten wie heute. Oft wurden auch Eintöpfe aus Dinkelkörnern, Bohnen und Linsen gemacht.

+ Als Öl wurde natürlich Olivenöl verwendet, gesüßt wurde mit Honig.

+ Früchte wie Datteln, Feigen, Äpfel, Birnen, Zwetschken, Pfirsich, Melonen und Kirschen waren ebenfalls bekannt.

+ Und natürlich auch verschiedenste Nüsse.

+ Salz kannte man damals schon, allerdings wurde es weniger zum Würzen, als zum haltbar machen verwendet. Die Würze der Speisen erreichten die Römer mit:

Garum, einer speziellen Fischsauce. Dabei wurden verschieden Fische (z.B. Sardellen, Thunfisch, Makrele) mir einer Salzlake vermischt und wurden dann in offenen Becken der Sonne ausgesetzt. Dadurch entstand ein Fermentationsprozess. Nach 1- mehreren Wochen wurde das Ganze dann mehrmals gefiltert und konnte dann, ähnlich wie bei uns das Maggi, als Speisewürze verwendet werden.

+ Weitere beliebte Kräuter waren Rosmarin, Oregano, Thymian, Lorbeer, Minze und auch schon Pfeffer.

Und damit ihr euch ein bisschen mehr vorstellen könnt, hier 2 Rezepte, die ihren Ursprung im alten Rom hatten:

LAGANA Weincräcker

175 g Dinkelmehl

1 TL Salz

1 TL Pfeffer, gemahlen

1 TL Rosmarin, gehackt

1 TL mediterrane Kräutermischung nach belieben

1 TL Olivenöl

60 ml Wein (weiss, rot oder rose)

40 ml Milch oder Wasser

+ Alle trockenen Zutaten miteinander vermischen. Olivenöl, Wein und milch beifügen und alles zu einem glatten Teig kneten.

+ Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 2-3 mm dünn ausrollen und in kleine Quadrate schneiden.

+ Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 180 °C ca 12 Minuten hell backen.

Und dazu ein FISCH SALSA:

2 EL Weißwein

2 TL Essig

1 TL Senf

1 TL Honig

1-2 EL Olivenöl

1 Knoblauchzehe gehackt

3 EL Petersilie

3 EL Basilikum

2 EL Minze

1 Handvoll Romanasalat (oder anderer Salat oder Sellerieherz)

160 g Sardinen oder Thunfisch, abgetropft

Salz, Pfeffer

+ Für das Dressing Weißwein, Essig, Senf, Honig, Olivenöl und Knoblauch miteinender verrühren.

+ Petersilie, Basilikum, Minze und Salat fein hacken.

+ Den Fisch mit einer Gabel zerdrücken.

+ Alle Zutaten miteinander vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Probieren und genießen und eine wunderschöne Woche!


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